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11.03.2010

CARMEN NEBEL
smago! TV-Kritik "Willkommen bei Carmen Nebel" (Leipzig - 06.03.2010)!

Quoten-Hoch Carmen wirbelt zur "Rush Hour" die Charts durcheinander • Graf Dracula ist zurück • Lillie Sander: Ein heller Stern geht auf am Schlagerhimmel • Yvonne Catterfeld erlebt statt einem "Blau im Blau" ihr blaues Wunder • Westernhagens jüngerer Bruder kennt das Spiel • DIE STIMME - DIE LIPPE:

Kleines Vorwort oder auch "Die smago! Schicksalsreportage"... Können Sie sich so etwas Ärgerliches vorstellen? Da ist die TV-Kritik zur ZDF-Show "Willkommen bei Carmen Nebel" fast komplett im Kasten, weil man sie auf der Zugfahrt zwischen Leipzig und Frankfurt ins Laptop gehämmert hat... - und dann wird einem selbiges am Frankfurter Hauptbahnhof auf abenteuerliche Art und Weise gestohlen... (...und der ganze Artikel ist weg). Eigentlich ein Fall für Aktenzeichen XY...ungelöst. Wer hat am Sonntagnachmittag, den 7. März 2010 zwischen 14.45 Uhr und 14.50 Uhr im Frankfurter Hauptbahnhof etwas Verdächtiges bemerkt? Netterweise befanden sich auch die ganzen handschriftlichen Aufzeichnungen, die man während der Live-Sendung auf's Papier gekritzelt hatte, ebenfalls in der Laptop-Tasche... Wen's interessiert, der kann HIER die vollständige "Schicksalsreportage" nachlesen.

Hier also nun der komplett neu geschriebene Bericht... Über das Quoten-Hoch Carmen zur Rush Hour am Samstagabend, den 6. März hatten wir ja bereits HIER berichtet, also kann man sich das schon mal schenken.

Die zweite Ausgabe der Premium-Unterhaltungssendung des ZDF lief unter dem Motto "Love Is In The Air". Und Liebe lag tatsächlich in der Luft, als Andy Borg nach seinem Hit-Medley ("Ich brauch ein bisschen Glück" / "Sie waren Freunde" / "Adios amor") von Sohn Patrick überrascht wurde, der just am 06.03. seinen 20. Geburtststag feierte. Wer nun dachte, da würde jetzt vielleicht ein "Rollmops" auf die Bühne kommen, der hatte sich gewaltig geschnitten. Der Borgsche Junior hat allemal Popstar-Qualitäten... Praktischerweise hatte Patrick seine ca. 15-köpfige Clique gleich mitgebracht - und so hinter den Kulissen ausgelassen und fröhlich gefeiert (und auch bei der After-Show-Party für Stimmung gesorgt).


 



Die begnadete Panflötistin Petruta Küpper, Drittplatzierte bei "Das Supertalent 2009" (Carmen Nebel: "sie hat dem knallharten Juroren Dieter Bohlen die Flötentöne beigebracht") blies - im wahrsten Sinne des Wortes - ein bisschen "Air" in die Luft - und wurde ebenfalls überrascht. Und zwar von dem weltberühmten Panflöten-Virtuosen Gheorghe Zamfir, der 1977 mit dem Stück "Einsamer Hirte" - komponiert von James Last - ein Stück Unsterblichkeit erlangt hat. Ein Saalzuschauer ließ ein bisschen den Respekt vermissen, in dem er vor sich hin murmelte "Graf Dracula ist zurück". Hierzu muss man wissen, dass Petruta Küpper zu den Schülerinnen Zamfirs an der National-Universität für Musik in Bukarest gehörte.

Ein Wiedersehen gab es auch mit Danyel Gérard, von dessen Superhit "Butterfly" nunmehr bereits im 40. Jahr seine ganze Familie zehrt. Monsieur Gérard ließ es sich nicht nehmen, in der Carmen-Nebel-Show die deutsche Version seines Welthits zu singen. Der deutsche Text stammt im Übrigen von einem gewissen "Ben Juris" - hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der große Jean Frankfurter, der seit nunmehr vierzig Jahren schier unglaubliche Erfolge feiert. So ist er u.a. der Haus- und Hof-Komponist von Helene Fischer. Alle Titel, die jemals von ihr auf Tonträger veröffentlicht wurden, stammen von ihm. HIER finden Sie seine ausführliche Discographie (ohne Gewähr auf Vollständigkeit!).

"Wer Liebe lebt, wird unsterblich sein, wusste bereits Michelle vor einigen Jahren. Und da Carmen Nebel in Grimma geboren wurde, ließ sie ein Schicksal nicht unberührt. Ihr war zu Ohren gekommen, dass ein Wandercircus ins Straucheln geraten und in Grimma gestrandet war. Da man der Familie ihren LKW buchstäblich unter'm Hintern weg-gepfändet hatte und es somit ein Ding der Unmöglichkeit war, weiter über's Land zu ziehen, wurde Inka Bause als Glücksbotin eingesetzt, um ihnen aus der Patsche zu helfen. Und so wurde der überglücklichen Familie gegen Ende der Sendung, nachdem man sie zwischenzeitlich in die Live-Show kutschiert hatte, ein neuer LKW übergeben.

Einen grandiosen Auftritt bot die schottische Sängerin Susan Boyle, die durch die 3. Staffel der Cating-Reihe "Britain's Got Talent" Weltruhm erreichte. Die 48-jährige Hausfrau mit dem Tante-Erna-Charme konnte von ihrem Debütalbum binnen eines Monats mehr als 6,2 Millionen Exemplare absetzen und schaffte es zudem auf Platz 1 der weltweiten Jahresendcharts 2009, obwohl sie im Finale von "Britain's Got Talent" ""nur"" Zweite geworden war. Bei Carmen Nebel sang sie - live! - den Titelsong ihrer Debüt-CD "I Dreamed A Dream" aus dem Musical Les Misérables. Susan Boyle - eine echte Jahrhundertentdeckung!!!

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn sich -- in einer Produktion der TeeVee Produktions GmbH -- ein Künstler anschickt, einen Titel namens "Der alte Wolf wird langsam grau" zu singen. Jedoch können wir sie beruhigen: Herr Wolf sieht a) noch immer blendend aus und b) heißt der Titel von Stefan Waggershausen, damit die GEMA die Tantiemen nicht irrtümlich an Hans Blum (alias Henry Valentino) ausbezahlt, der in den 70ern für "die Knef" auch einen Titel namens "Der alte Wolf wird langsam grau" geschrieben hat, auf seiner Rückkehr-CD "So ist das Spiel" "Der alte Wolf, er kennt das Spiel" (, obwohl es auch hier im Text heißt "Der alte Wolf wird langsam grau"). An den Bongos ließ sich Stefan Waggershausen, der neuerdings wie der 15 - 20 Jahre jüngere Bruder von (Marius-Müller) Westernhagen 'rüberkommt, obwohl die beiden gerade mal ein Jahr voneinander trennt, übrigens von "Prinz" Tobias Künzel begleiten - der kommt nämlich aus Leipzig. Der Auftritt von "Herrn Waggershagen" hatte ohne Frage Coolness-Faktor 10...

Lena Valaitis (- sang eine Kurz-Version ihres wohl größten Single-Hits "Johnny Blue" neben dem Wunschkonzert-Dauerbrenner "Ein schöner Tag" -) fungierte diesmal hauptsächlich als Patin für ein junges Küken, das bei Carmen Nebel "Die Chance ihres Lebens" erhielt. Lillie Sander sei "wie sprudelndes, prickelndes Quellwasser", befand die Hitparaden-Königin der 70er Jahre, der gerade selbst ein sensationelles Comeback geglückt ist. Und sie kündigte an, auch weiterhin "ein Auge auf sie zu schmeißen". Lillie, die aus Jessen (Kreis Wittenberg) stammt und derzeit noch in einem Fotogeschäft arbeitet, absolvierte ihre große TV-Feuertaufe mit größter Bravour. Sie ist fürwahr "Ein heller Stern" am deutschen (Pop-)Schlagerhimmel!

Marshall & Alexander präsentierten mit "Mach mir dein Herz auf" einen 1a-Popsong, den man ihnen (typisch journalistisches Schubladendenken - zugegeben!), auch wenn ihre Anzüge der Marke "aufgeschlitztes Sofa" fast Augenkrebs verursachten.

Das Deutsche Showballett Berlin tanzte "Can Can". "Aus der Reihe getanzt" war Yvonne Catterfeld, die dafür statt einem "Blau im Blau" ihr blaues Wunder erlebte, in dem sie kurzfristig aus der Sendung ausgeladen wurde (alle Hintergründe: HIER!). Und dabei, so flüsterte man uns, war bereits irgendwo ein Garderobenschild mit der Aufschrift "Yvonne Catterfeld" im Backstage-Bereich angebracht...

Howard Carpendale präsentierte zunächst ein "Hit Medley" und dann, wenn auch äußerst widerwillig und widerspenstig, seinen Kult-Hit "Das schöne Mädchen von Seite 1", der in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert.

"Jennifer Rush kam, sang und ging" - so könnte man den Auftritt von DER STIMME = DER LIPPE bezeichnen. Nach ihrem stark Shakira- bzw. Ruslana ("Wild Dances")-liken Vortrag "Betcha Neva" war wohl ursprünglich noch ein Interview geplant, doch Carmen war bereits bei der nächsten Disziplin - Olympiabob. Entsprechend verdutzt schaute Jennifer Rush aus der Wäsche...

"Hit Medleys" scheinen neuerdings sehr en vogue zu sein bei Carmen Nebel - und so wurde auch Gregor Glanz mit einem "Hit Medley" gestartet. Für smago! ist er bereits jetzt der neue Roger Cicero - mit Robbie-Williams-Charme und vor allem nicht gar so ekelhaft schleimig... Toi, toi, toi, Gregor Glanz (auch wenn wir uns partout nicht an den Künstlernamen, der fast so schlimm ist wie seinerzeit "Petra Unverfehrt" - aua!!!, gewöhnen können).

Eine große Chance wurde beim Auftritt von The Priests (drei römisch-katholischen Priestern aus Nordirland) vertan. Ganz abgesehen davon, dass das Publikum derzeit ohnehin etwas verhalten auf Priester (ganz gleich, ob nun singend oder nicht) reagiert, was auch in der Messehalle 1 in Leipzig deutlich spürbar war, wäre es gewiss eine ausgezeichnete Idee gewesen, Lena Valaitis mit "The Priests" auftreten zu lassen. Sie hätte die letzte Strophe von "Amazing Grace" in deutsch ("Ein schöner Tag") singen können...

Nachdem der Bürgermeister von Grimma den LKW an den Mann (beziehungsweise an den Wandercircus) gebracht hatte, hieß es "Bühne frei" für den Stargast des Abends: Wencke Myhre. Sie, die bei Carmen Nebel ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte, stellte den Titelsong ihres (grandiosen!!!) neuen Albums "Eingeliebt - ausgeliebt" vor und sang - Sie werden es kaum erraten - noch ein "Medley", bevor Peter Kraus sie mit seiner Interpretation ihrer ersten Aufnahme (wohl aus dem Jahre 1960) in norwegischer Sprache überraschte.

Größter Nutznießer seines Auftritts in der Carmen-Nebel-Show ist bislang übrigens Stefan Waggershausen, der sich am Montag (08.03.) nach der Sendung auf Platz 20 der deutschen Album-Trend-Charts verbessern konnte, doch auch für Jennifer Rush, Petruta Küpper, Susan Boyle und (dann doch) The Priests haben sich die Auftritte gelohnt, währenddessen Wencke Myhre sich mit ihrem (wirklich hervorragenden!!!) Album noch etwas schwer tut (verstehe das, wer will!)...

Die nächste (dann wohl die 40.!) Ausgabe von "Willkommen bei Carmen Nebel" kommt am 8. Mai 2010 aus Krefeld. Bereits jetzt darf man darauf gespannt sein, ob eventuell Andrea Berg in ihrer Geburtsstadt auftritt, zumal sie mit "Verdammt ich lieb' dich noch" einen Titel auf ihrem 2009-er Album "Zwischen Himmel & Erde" hat, der förmlich danach schreit, als nächste Radio-Single ausgekoppelt zu werden...

Quelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.net